Niacin (Vitamin B3)


Niacin ist ein Sammelbegriff für die zu den wasserlöslichen B-Vitaminen gehörenden Substanzen Nikotinsäureamid (Nikotinamid), Nikotinsäure und Pyridinnukleotid-Coenzyme. Niacin wurde früher auch als Vitamin B3 bezeichnet. Es ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten, kann aber auch vom Körper selbst hergestellt werden.











Was ist Vitamin Niacin:

Niacin ist ein Sammelbegriff für chemische Strukturen der Pyridin-3-Carbonsäure, wozu Nicotinsäure, ihr Säureamid Nicotinamid und die biologisch aktiven Coenzyme Nicotinamid-adenin-dinukleotid (NAD) und Nicotinamid-adenin-dinukleotid-phosphat (NADP) gehören.
Der menschliche Organismus kann NAD auf drei verschiedenen Wegen herstellen. Ausgangsprodukte für die NAD-Synthese sind neben der essentiellen (lebensnotwendigen) Aminosäure Tryptophan die Nicotinsäure und das Nicotinamid:

1. NAD-Synthese aus L-Tryptophan
2. NAD-Synthese aus Nicotinsäure (Preiss-Handler-Weg)
3. NAD-Synthese aus Nicotinamid




Funktion

Nicotinsäure (Niacin) findet sich in allen lebenden Zellen und wird in der Leber gespeichert. Sie bildet einen wichtigen Baustein verschiedener Coenzyme (NAD, NADP) und ist in dieser Form von zentraler Bedeutung für den Stoffwechsel von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten. Gegenüber Hitze, Licht und dem Luftsauerstoff ist Nicotinsäure weniger empfindlich als andere Vitamine der B-Gruppe.



Niacin-Mangel:

Mangelsymptome treten selten auf, da der Körper NAD nicht nur aus Niacin, sondern auch aus der Aminosäure Tryptophan bilden kann.
Eine mögliche Ursache für einen Niacinmangel ist, dass dem Körper zu wenig Niacin über die Nahrungsaufnahme zugeführt wird. Besonders häufig kommt dies bei Personengruppen vor, die sich hauptsächlich von Mais ernähren. Denn die im Mais enthaltene Form der Nicotinsäure kann der Körper nicht verwerten.
Zum anderen kann ein Niacinmangel aber auch auftreten, wenn der Körper zu wenig Eiweiß bekommt. Dann kann nämlich nicht mehr genügend Tryptophan in Niacin umgewandelt werden.
Darüber hinaus kann auch ein Vitamin B6-Mangel einen Niacinmangel nach sich ziehen, denn Vitamin B6 wird für die Umwandlung von Tryptophan in Niacin benötigt (Quelle).

Symptome: Pellagra (juckender Hautauschlag), Müdigkeit, Gesichtsverlust, Appetitlosikgkeit, depressive Verstimmungen und Reizbarkeit



Niacin Überdosis:

Durch das Konsumieren von Lebensmitteln ist eine Überdosierung von Niacin kaum möglich. Es gibt jedoch spezielle Niacinpräparate, mit denen dem Körper zusätzlich Niacin zugeführt werden kann. Von einer Überdosierung spricht man ab einer täglichen Einnahme von 1,5 bis 3 Gramm (Tagesbedarf für eine erwachsene Frau = 12 mg). Sie kann Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautjucken zur Folge haben.



Tagesbedarf an Niacin:

Die D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sind die Referenzwerte für die tägliche Zufuhr von Energie und Nährstoffen, welche von den Fachgesellschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz (D-A-CH) gemeinsam für den deutschsprachigen Raum Europas herausgegeben werden. Die Referenzwerte beinhalten Empfehlungen, Schätzwerte und Richtwerte.

Der Mensch nimmt Niacin über die Nahrung auf. Zudem ist der menschliche Körper in der Lage, Niacin aus einer Aminosäure, dem Tryptophan, zu gewinnen. Daher wird der Niacin-Bedarf in Äquivalenten angegeben:

1 mg Niacin-Äquivalente = 1 mg Niacin (Nicotinsäureamid, Nicotinsäure) = 60 mg Tryptophan (Quelle)

Wichtig: Eine ausreichende Versorgung mit Folat (Vitamin B9), Riboflavin (Vitamin B2) und Pyridoxin (Vitamin B6) von Bedeutung, da diese Vitamine im Tryptophan-Stoffwechsel beteiligt sind. Auch die Qualität und Quantität des Proteinkonsums sowie das Fettsäuremuster beeinflussen die Synthese des Niacin aus L-Tryptophan. Während bei Erhöhung der Zufuhr ungesättigter Fettsäuren die Umsetzung von Tryptophan zu NAD zunimmt, sinkt mit zunehmender Proteinmenge (> 30 %) die Konversionsrate (Umwandlungsrate).

Table 1: Tagesbedarf Vitamin B3 nach D-A-CH (Quelle)
Niacin-Äquivalent
µg/Tag
Alter
m
w
0 bis 4 unter Monate
2000
4 bis unter 12 Monate
5000
1 bis unter 4 Jahre
8000
4 bis unter 7 Jahre
9000
7 bis unter 10 Jahre
11000
10000
10 bis unter 13 Jahre
13000
11000
13 bis unter 15 Jahre
15000
13000
15 bis unter 19 Jahre
17000
13000
19 bis unter 25 Jahre
16000
13000
25 bis unter 51 Jahre
15000
12000
51 bis unter 65 Jahre
15000
11000
65 Jahre und älter
14000
11000
Schwangere

14000-16000
Stillende

16000




Niacin in Lebensmitteln:

Der Niacingehalt in Lebensmitteln und Angaben zur Niacinzufuhr werden als „Niacin- Äquivalente“ angegeben. Mit dem Begriff Niacin-Äquivalente wird berücksichtigt, dass der Körper nicht nur vorgebildetes Niacin aus Lebensmitteln verwertet, sondern auch selbst Niacin bildet: Proteinhaltige Lebensmittel liefern die Aminosäure Tryptophan, die in der Leber zu Niacin umgewandelt wird. Es wird angenommen, dass aus 60 mg Tryptophan etwa 1 mg Niacin entsteht.

Die Menge an Niacin-Äquivalenten (mg) wird somit berechnet als Niacin (mg) = Nicotinamid (mg) + Nicotinsäure (mg) + 1/60 Tryptophan (mg).




Niacinäquivalent: Tierprodukte

Lebensmittel
Niacin je 100 Gramm
% Tagesbedarf
(17000 µg)
Sardelle
23350 µg
137 %
Leber gegart
Rind: 19503 µg
Schwein: 16236 µg
Huhn: 16076 µg
115 %
108 %
95 %
Sardine tiefgefroren gegart
11781 µg
69 %
Lachs pazifisch tiefgefroren
11185 µg
66 %
Thunfisch tiefgefroren gegart
10960 µg
64 %
Makrele tiefgefroren gegart
9715 µg
57 %
Parmesan
7200 µg
42 %
Emmentaler
6317 µg
37 %
Camembert
5650 µg
33 %
Gouda
4850 µg
29 %
Brie
4833 µg
28 %
Milch 3,8 %
807 µg
5 %




Niacinäquivalent: pflanzliche Lebensmittel
Lebensmittel
Niacinäquivalent je 100 Gramm
% Tagesbedarf
(17000µg)
Biomalz
32933 µg
194 %
Reis Kleie
32017 µg
188 %
Kaffee
Instantpulver: 22533 µg
Kaffeegetränk: 700 µg
Entcoffeniert: 282 µg
133 %
4 %
2 %
Erdnuss
20833 µg
123 %
Weizenkleie
20667 µg
122 %
Erdnussbutter
19.350 µg
114 %
Paprika Gewürz
17767 µg
105 %
Sonnenblumenkerne
11183 µg
66 %
Chili Cayennepfeffer
10700 µg
63 %
Sesam
9370 µg
55 %
Passionsfrucht – Maracuja konzentrat
8524 µg
50 %
Kakaopulver
8077 µg
48 %
Buchweizen
5017 µg
30 %
Pfirsich getrocknet
4390 µg
29 %
Dinkel Volkornmehl
4500 µg
26 %
Getrocknete Aprikosen
4.217 µg
25 %
Reis
Wildreis gekocht: 2808 µg
Vollkornreis gekocht: 1968 µg
Basmatireis gekocht: 1000 µg
17 %
12 %
6 %
Grünkohl
2967 µg              
17 %
Dill
2400 µg
16 %
Kresse
2667 µg
16 %
Erbsen (tiefgefroren, gegart)
2800 µg
16 %
Petersilie
2533 µg
15 %
Estragon
2128 µg
13 %
Holunderbeere
1600 µg
11 %





Niacinäquivalent: Bakterien und Pilze
Lebensmittel
Niacinäquivalent je 100 Gramm
% Tagesbedarf
(17000 µg)
Champignon
Getrocknet: 66549 µg
Frisch: 5567 µg
391 %
33 %
Pfifferlinge
Getrocknet: 66056 µg
Frisch: 7317 µg
389 %
43 %
Steinpilz
Getrocknet: 64717 µg
Frisch: 9350 µg
381 %
55 %
Bierhefe
48783 µg
284 %
Trockenhefe
42533 µg
250 %
Morchel
Getrocknet: 40779 µg
Frisch: 5383 µg
240 %
32 %
Hefeflocken
33950 µg
200 %
Spirulinapulver
21722 µg
128 %






Dieser Text wäre nicht zu Stande gekommen, wenn nicht all die netten Menschen ihr Kleingeld in meine Kaffee-Kasse geworfen hätten. 
Ich danke euch von ganzem Herzen dafür.






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